Fahrplan­wechsel im Bahnland Bayern

Wie jedes Jahr werden am zweiten Sonntag im Dezember in der gesamten EU die Fahrpläne umgestellt. Auf den meisten Linien im bayerischen Regional- und S-Bahn-Verkehr bleibt das bewährte Fahrplanangebot bestehen. Allerdings konnte die Bayerische Eisenbahngesellschaft (BEG), die den Regional- und S-Bahn-Verkehr im Auftrag des Freistaats plant, finanziert und kontrolliert, das Angebot an einigen Stellen zum Teil deutlich verbessern.

Größere Verbesserungen gibt es ab 11. Dezember vor allem bei zwei Netzen, in denen die jeweiligen Verkehrsunternehmen nach einer Ausschreibung den Betrieb aufnehmen: Bei der Südostbayernbahn, einer hundertprozentigen Tochtergesellschaft der Deutschen Bahn rund um Mühldorf und bei den Regionalzügen zwischen Nürnberg und München beziehungsweise Augsburg. In beiden Fällen konnten sich die Unternehmen durchsetzen, die bereits bisher die Strecken im Auftrag der BEG befahren. „Wir konnten im Sinne der Fahrgäste nicht nur einige Taktverdichtungen erreichen, sondern auch weitere Qualitätsverbesserungen bei den Fahrzeugen auf den Weg bringen“, sagt  Johann Niggl, Sprecher der Geschäftsführung der BEG.

Umfangreiche Verbesserungen bei der Südostbayernbahn

Im Wettbewerbsverfahren um den Linienstern Mühldorf konnte sich erneut die Südostbayernbahn  durchsetzen. Die Verbesserungen im Rahmen des neuen Vertrags betreffen sowohl den Fahrplan als auch die Fahrzeuge. Auf den Linien Mühldorf – Rosenheim und Grafing – Wasserburg werden die Züge ab 11. Dezember auch am Samstag und Sonntag durchgehend im Stundentakt fahren. Der Abendverkehr wird mit zusätzlichen Verbindungen auf den Linien München – Mühldorf, Mühldorf – Simbach, Mühldorf – Burghausen sowie Mühldorf – Freilassing verstärkt. Fahrgäste der Südostbayernbahn profitieren darüber hinaus von mehr Komfort. Die Doppelstock­wagen werden im Laufe der nächsten Jahre Schritt für Schritt modernisiert. Sie sind dann alle mit Klimaanlagen und neuen komfortablen Sitzen ausgestattet.

Ringzug West und Neubaustrecke München – Nürnberg

Die zweite Inbetriebnahme in Bayern zum Fahrplanwechsel 2016 erfolgt auf den Linien München – Ingolstadt – Treuchtlingen/Allersberg – Nürnberg und Augsburg – Nürnberg (sogenannter „Ringzug-West“), die erneut DB Regio gewonnen hat. Auch hier profitieren die Fahrgäste von Taktverdichtungen. So wird der Regionalexpress zwischen Ingolstadt und München künftig Montag bis Freitag stündlich fahren. Bislang war dies nur im Berufsverkehr der Fall. An den größeren Stationen ergeben sich für die Fahrgäste damit ganztägig halbstündliche Verbindungen von Ingolstadt nach München. Alle Züge verkehren zunächst noch mit Bestandsfahrzeugen, da sich die Lieferung neuer Doppelstockwagen verzögert. Auf der Neubaustrecke Ingolstadt – Nürnberg bleibt es beim Zweistundentakt mit einzelnen ergänzenden Zügen zwischen Nürnberg und Allersberg.

S-Bahn München: Taktlücken werden geschlossen

Künftig fahren die Verstärkerzüge der S-Bahn München für den 10-Minuten-Takt im Berufsverkehr auch am Freitagnachmittag. Zusätzlich werden Taktlücken am Nachmittag bei der S7 nach Wolfratshausen geschlossen. Zukünftig wird es dort von Montag bis Freitagnachmittag einen durchgehenden Zwanzig-Minuten-Takt geben.

Mehr Halte beim Donau-Isar-Express

In Wörth an der Isar wurde der Zugbegegnungsbahnhof auf der eingleisigen Strecke zwischen Landshut und Plattling technisch aufgerüstet. Bislang musste ein Zug in Wörth etliche Minuten warten, bis ein anderer Zug aus der Gegenrichtung passieren konnte. Jetzt können Züge gleichzeitig aus beiden Richtungen einfahren. Diese Zeitersparnis nutzt die BEG für zusätzliche Halte insbesondere in Wallersdorf und Wörth – ohne dass sich dadurch die Gesamtfahrzeit der Züge verlängert.

Lindau: bessere Verbindungen nach Baden-Württemberg und Österreich

Künftig verkehren die Züge von Lindau Richtung Ulm stündlich statt bisher zweistündlich weiter als Direktzüge nach Stuttgart – dank der guten Zusammenarbeit der BEG mit dem baden-württembergischen Verkehrsministerium. Vorarlberg lässt künftig die REX-Züge zwischen Lindau und Bludenz annähernd im Stundentakt fahren. Außerdem gibt es künftig eine bessere Vertaktung auf der Verbindung Lindau – Friedrichshafen, mit Anschluss nach Ravensburg – Aulendorf. Im Gegenzug werden die Durchbindungen der Linie Friedrichshafen – Lindau nach Kißlegg – Aulendorf in Lindau, ebenso wie Sigmaringen – Kißlegg – Memmingen – Ulm in Memmingen durch gute Umsteigeverbindungen ersetzt.

Neue Linienführung im Netz Agilis Nord

Mit dem Fahrplanwechsel am 11. Dezember tritt ein neues Fahrplankonzept für die Verbindungen Bad Steben – Hof – Marktredwitz sowie Bayreuth – Marktredwitz in Kraft. Künftig wird es eine durchgehende Linie Bad Steben – Hof Hbf – Marktredwitz geben. Die Agilis-Züge aus Bad Rodach bzw. Bayreuth fahren künftig überwiegend bis Marktredwitz, die Münchberger Agilis-Züge nur bis Hof Hbf. Damit gibt es in Marktredwitz ausgezeichnete Umsteigemöglichkeiten zum Regionalexpress Richtung Nürnberg und Richtung Eger (Cheb), zum Alex Richtung München und zur Oberpfalzbahn Richtung Regensburg und Franzensbad (Frantiskovy Lazne). In den Nächten auf Samstag und Sonntag verkehren künftig zwei neue Spätzüge um 23:29 Uhr ab Bad Steben nach Hof Hbf und um 00:14 Uhr ab Hof Hbf nach Bad Steben.

Änderungen bei Stationen

Auf der Strecke Cham – Waldmünchen wird der Bahnhalt Grub (Oberpfalz) nach Ertüchtigung der Station wieder in Betrieb genommen. Ab 11. Dezember nicht mehr bedient werden die beiden Stationen Umrathshausen Bahnhof (auf der Strecke Prien am Chiemsee – Aschau) und Jägerhaus (auf der Strecke Murnau – Oberammergau). Der Grund liegt in den neu geregelten Beleuchtungsstandards, die hohe Investitionen an diesen beiden wenig frequentierten Stationen verursachen würden. Die BEG hat allerdings die Option eröffnet, die beiden Stationen wieder anzufahren, sofern die betreffenden Gemeinden die Installation der Beleuchtung finanzieren.

Kapazitätserweiterungen beim Fugger-Express in der Nachmittagshauptverkehrszeit

Aufgrund der stark steigenden Nachfrage im SPNV zwischen München und Augsburg wurden die Kapazitäten beim Fugger-Express bereits mehrfach nachgesteuert. Nach wie vor gab es jedoch Engpässe im Nachmittags-Berufsverkehr ab München Hbf, die ab dem Fahrplanwechsel am 11. Dezember durch den Einsatz einer weiteren Doppelstock-Garnitur behoben werden sollen. Der Zug um 17:14 Uhr ab München Hbf wird zukünftig mit einem Dosto verkehren, der 140 Sitzplätze in der 2. Klasse mehr bietet als die bisherige Zugbildung mit zwei Triebfahrzeugen. In der Folge können auch andere Zugleistungen am Nachmittag ab München Hbf gestärkt werden. Die Züge ab München Hbf 15:58, 17:00, 18:35 und 19:00 Uhr werden alle mit jeweils einem Triebfahrzeug mehr, d. h. mit jeweils 236 Sitzplätzen, davon 12 in der 1. Klasse, mehr verkehren. Unter Berücksichtigung aller Umlaufanpassungen werden so in der Summe zwischen 16:00 und 19:00 Uhr ab München Hbf Richtung Augsburg über 900 Sitzplätze in der 2. Klasse mehr angeboten.

Sonstige Angebotsänderungen

Auf der Zenngrundbahn zwischen Fürth und Markt Erlbach fährt künftig ein zusätzliches Abendzugpaar, das bisherige Taktlücken schließt. Aufgrund technischer Probleme in Baden-Württemberg wird der Schnee-Express von Stuttgart nach Oberstdorf verkürzt und fährt nur noch von Ulm nach Oberstdorf.

Neues Bayern-Kursbuch

Zum Fahrplanwechsel gibt die BEG auch in diesem Jahr wieder das aktuelle Bayern-Kursbuch heraus. Neben Fahrplantabellen für den gesamten Nah- und Fernverkehr im Freistaat werden unter anderem bayernweite und regionale Ticketangebote vorgestellt. Ebenso sind Übersichtskarten der europäischen und deutschen Eisenbahnstrecken enthalten. Das Bayern-Kursbuch 2017 kann hier heruntergeladen oder als Druckausgabe bestellt werden: www.bayern-kursbuch.de. Und mit dem Bayern-Fahrplan – auch als kostenlose App für das Smartphone – finden Fahrgäste alle Verbindungen für Bus und Bahn zu sämtlichen Stationen in Bayern und darüber hinaus. Näheres unter www.bayern-fahrplan.de

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