Mei­len­stein für die Di­gi­ta­li­sie­rung im Ei­sen­bahn­ver­kehr

Bis 2021 entsteht im Freistaat Bayern das erste digitale Stellwerk (DSTW) auf einer Haupt­stre­cke im deutschen Schie­nen­netz. Das künftige Stellwerk ist ein wichtiges Element bei der Di­gi­ta­li­sie­rung des rund 2.000 Kilometer langen Schie­nen­kor­ri­dors im Trans­eu­ro­päi­schen Netz (TEN) von Skan­di­na­vi­en zum Mit­tel­meer. Die Trasse führt in Deutsch­land im Norden in Y-Form auf zwei Ästen von Flensburg / Hamburg und Rostock Richtung Mit­tel­deutsch­land und weiter durch Thüringen und Bayern Richtung Ös­ter­reich. In Bayern werden die zusammen 475 Kilometer langen Stre­cken­ab­schnit­te Nürnberg – Augsburg – München und München – Rosenheim – Kie­fers­fel­den / Frei­las­sing mit dem ETCS (European Train Control System) und digitalen Stell­wer­ken aus­ge­stat­tet.

Die Bau­ar­bei­ten für das DSTW in Bayern laufen bereits. So wurden am Pfingst­wo­chen­en­de 2019 zwischen Do­nau­wörth und Augsburg 22 Signale mithilfe eines Hub­schrau­bers errichtet und damit ein rund 21 Kilometer langer Stre­cken­ab­schnitt im Bereich Meitingen / Mertingen für den späteren digitalen Bahn­be­trieb vor­be­rei­tet. Bisher wurde die Technik dort über das Stellwerk Do­nau­wörth gesteuert. Durch die Umrüstung auf ETCS in Kom­bi­na­ti­on mit digitalen Stell­wer­ken lässt sich die Kapazität der Schie­nen­we­ge künftig um bis zu 35 Prozent steigern – ohne einen Kilometer Schiene neu bauen zu müssen. Zugleich sorgen die Maßnahmen für eine bessere Qualität und mehr Sta­bi­li­tät im Bahn­be­trieb.

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